Ereignisse und Feste im Mai

Am 1. Mai feierten wir mit einer riesigen Marschparade den Tag der Arbeit und Ma Princi erhielt eine Urkunde für den besten Arbeitgeber 2014. Diesmal hatte ich die Ehre das Schulschild zu tragen und voraus zu gehen. Hier ein paar Impressionen…

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Danach feierten wir PHS-Lehrer in einem Restaurant mit Essen (Fisch und Plantane) und Tanzen.

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Im Mai besuchten wir nochmals einige Schulen, um das Geld aus dem Canaan Children Project zu verteilen und uns einen Überblick über die Situationen der Schulen zu verschaffen. Dabei ist es üblich mit Gesang und musikalischer Einlage begrüßt zu werden und nach dem Verteilen des Geldes von den Begünstigten Essen serviert zu bekommen. In Essu, gabs sogar Bushmeat (z.B. Fledermaus), welches eine Spezialität in diesem Ort ist. Ich verzichtete zwecks Ebola darauf und aß nur Reis mit Sauce.

Zum Ende meiner Zeit in Wum wurde ich feierlich in den CWF und den NBC-Choir aufgenommen. Beides fand am 18.Mai statt, da ich eigentlich Ende Mai abreisen sollte. Wir starteten um 7 Uhr morgens mit einem Gottesdienst in der Schulkapelle, in dem ich nach einer kleinen Prüfung als vollwertiges Mitglied des CWF (Christian Women Fellowship) aufgenommen wurde. Jedes Mitglied wird nach ihrem Tod in dem Yellow Rappa beerdigt.

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Anschließend, um 9 Uhr, feierten wir in der Naikom-Gemeinde meine Aufnahme in den NBC-Choir (New Bethel-Choir) und meine Verabschiedung (Sendoff). Wir sangen mit dem Chor das Lied „Freude schöner Götterfunken“, mir wurde das Halstuch des Chores überreicht, ich bekam ein typisches Gewand aus der Region Bamendas und viele andere Dinge zum Abschied geschenkt und hielt eine kleine Dankesrede. Gottesdienst feierte eine Freundin noch ihr Thanksgiving, da sie nach langer Krankheit wieder geheilt worden war. Neben meinen Feierlichkeiten (was immer mit Essen verbunden ist) war ich also auch noch bei ihrer Feier eingeladen. Der Tag war daher sehr ausgefüllt. 🙂P1090183P1090187

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Nachmittags und abends lud ich dann alle Kollegen und Freunde zu uns nach Hause ein. Wieder gab es zu Essen, wir tanzen und ließen den Abend ausklingen…

Am Nationalday wurde wieder mal marschiert und diesmal wurde die Marschmusik von einer Liveband gespielt.

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Einen Tag später war das Schuljahr für die meisten Schüler zu Ende. Nur die Schüler, die die Abschlussexamen zu schreiben hatten, blieben noch in der Schule. Die Zeugnisse wurden im Lehrerzimmer erstellt und dann verteilt, Koffer gepackt und nacheinander machten sich die SchülerInnen auf teilweise lange Heimreise.

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Ein paar Tage später wurden die Kinder des Kindergartens in die 1. Klasse verabschiedet: mit Spielen, Vorführungen, Geschenkübergaben und einer Urkundenübergabe in schicken Roben…

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Feste und Ereignisse im April

Die letzten 2 Monate vor meiner Rückreise nach Deutschland waren sehr ausgefüllt. Der April war geprägt von drei großen Ereignissen: Ostern, Amtseinführung der Rektorin und Inspektion der Schule.

Osterfeiertage:
An Karfreitag führten die beiden Jugendgruppen (CYF und VPs) ein sehr ergreifendes Theaterstück zum Kreuzweg Jesu auf. An Ostern waren wir von 5.30 bis 11.30 in der Kirche. Wir feierten Gottesdienst, prozessierten zum Friedhof um Kerzen aufzustellen…

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…es fanden Konfirmation und Taufen wie am Fließband statt…

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…und neue Gruppenmitglieder wurden feierlich in ihre Gruppen aufgenommen. Zudem durfte ich im Rahmen der Partnerschaft ein paar Worte an die Gemeinde richten, da Ostern der Partnerschaftstag ist. In GP mag der eine oder andere meine Nachricht aus Wum im Gottesdienst gehört haben. Nachmittags versteckte ich für die Kinder, nach deutscher Tradition, Gummibärchen und Luftballons.P1080019P1080017

Die letzten Tage im April waren mit zwei Großereignissen ausgefüllt.

a) Die offizielle Amtseinführung der Rektorin Ma Princi (meine Gastmutter). Wir kochten in der Schulküche…

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…putzten das Haus und schmückten den Speisesaal und die Women Hall den ganzen Samstag lang.

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Zudem wurden die Fenster des Verwaltungsgebäudes neu gestrichen und das Toilettenhäuschen neu gemacht…

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echts: neu – links: alt

Der Festtagssonntag startete mit einem Frühstück im Haus der Rektorin.

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Meine Kolleginnen und ich bedienten die Gäste, die allesamt Honoratoren der PCC waren. Danach fand der festliche Gottesdienst im umgestalteten Speisesaal der Schule statt. Er war gefüllt mit Reden, Predigt, Geschenkübergaben, musikalischen Einlagen.

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Mit ein paar KollegInnen präsentierten wir das Stück „Heavenly Dove“. Eine unserer Aufnahmen ist zur Zeit mein Handyklingelton. :). Von den Fons der Stadt wurde Ma Princi ebenfalls gesegnet.

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Nachmittags fand das große Festessen in und vor der Women Hall statt. Dabei war leider das Essen etwas knapp…, aber letztlich wurde doch jeder satt. Auch das Tanzen durfte natürlich nicht zu kurz kommen…

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b) Board of Governors
Dabei wird die Schule von der kirchlichen Schulbehörde besucht und inspiziert. Es findet eine Sitzung zum Jahresbericht der Schule, ein gemeinsames Essen und Ehrungen verschiedener Lehrer statt.

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Auch diesmal wurde wieder im Haus der Rektorin gefrühstückt. Nachdem alle Gäste gegangen waren, durften auch wir frühstücken… 🙂

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So ging der April ereignisreich zu Ende.

Besuch aus Deutschland + Reisen + Tod des anderen Opas + Rastas-die 2.

Am 17. März kamen mein Bruder Matthias und seine Freundin Laura in Douala am Flughafen an. Es war das zweite Mal, dass ich den Flughafen in Douala bei Nacht erlebte. Diesmal war es überhaupt nicht unheimlich, da viel mehr Leute da waren als bei meiner Ankunft und ich nun mit Land und Leuten vertraut bin.

Wir übernachteten in der Eglise evangelique und fuhren am nächsten Morgen mit einem Halt in Melong (Soja und Plantain Essen) und an den Ekom Wasserfällen nach Bali zu Ernst Elsenhans.

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Im Hintergrund seht ihr nur einen kleinen Wasserfall…

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… das sind die richtigen Ekomfälle. In der Regenzeit gibt es neben dem linken Fall noch einen zweiten. Die Kameruner sagen deshalb in der Trockenzeit: “ Der Mann wartet auf seine Frau.“

(Diese Bild entstand oberhalb des kleinen Wasserfalls im oberen Bild)

Der Zwischenstop in Bali tat gut. Zudem wollte ich Laura und Matthias die Möglichkeit geben die berühmt berüchtigte Straße von Bamenda nach Wum bei Tag zu fahren um alle Schlaglöcher und Pfützen sowie die schöne Landschaft sehen zu können. Außerdem konnten wir so am Menchum- Wasserfall anhalten. Dabei erfuhren wir, dass vor etlichen Jahren eine deutsche Urlauberin beim Fotografieren an dieser Stelle abgestürzt war, da es zu diesem Zeitpunkt noch kein Sicherheitsgeländer gab. Heute ist der Besucherbereich aber gut mit einer soliden Steinmauer abgesichert.

In Wum wurden wir mit Cornfufu und JamaJama empfangen, nachdem wir schon im Haus der Eltern unserer Fahrers und Freundes Remy verköstigt worden waren. So konnten Laura und Matthias gleich mal am eigenen Leib erfahren, dass man überall zum Essen eingeladen wird und es am besten ist, sich nirgends den Bauch voll zu schlagen, da es ja wo anderes vll auch noch etwas zu essen gibt. 🙂

Alle haben sich auf jeden Fall sehr gefreut, dass die beiden gut angekommen sind. Die 1 1/2 Wochen in Wum waren gut ausgefüllt. Die meisten Bilder sind schon in Deutschland, sodass ich nur einen stichwortartigen Überblick über die 3 1/2 Wochen mit den beiden geben werde.

Am Samstag, 22. März feierten wir das Leben unseres verstorbenen Großvaters Willy Keller. Dieser besondere Tag wird Crydie genannt. Man lädt Freunde und Verwandte ein, feiert eine Andacht/Gottesdienst, isst zusammen, tanzt, singt Lieder und schneidert Gewänder für die Familie und überlässt den Freunden ob sie ihr eigenes Gewand zur Anteilnahme schneidern wollen. Da bei uns alles sehr kurzfristig war hatten nur die engsten Familienmitglieder ein Gewand.

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Wir feierten den Crydie im Hause meiner Gastfamilie. Mein Chor, der NBC (New Bethel Choir aus Naikom) sorgte für den musikalischen Rahmen und feierte bis fast ganz zum Schluss mit uns. Nach dem Gottesdienst, in dem Matthias und ich jeweils die Gelegenheit hatten etwas über unseren Opa zu sagen, …

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…aßen wir Cornfufu und JamaJama, Chicken, Jelloffrice, Ekwang (vonMa Anjoambum), Spätzle mit Tomatensauce, Kartoffelsalat, Melone und Ananas. Das Essen hatten meine 3 Kolleginnen und wir 3 mit Hilfe einiger Studenten in der Schulküche zubereitet. Ohne meine Kolleginnen hätten wir das nicht geschafft. DANKE euch drei! Im Anschluss wurde getanzt und gesungen um das gelungene Leben unseres Opas zu feiern. Zudem gab es ein Kondulenzbuch, in das einige Gäste etwas reinschrieben. Wir tanzten bis halb 12 in der Nacht vor unserer Haustür. Das war schon ein tolles Erlebnis. Hier ein paar Eindrücke:

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Am Montag überreichten wir in der Morning Devotion (Morgenandacht) das Volleyballnetz für die Schule. Alle waren begeistern und am Nachmittag bauten wir es dann auch gleich auf. Das Netz kam zur rechten Zeit, da das Schulnetz nur noch aus einer Schnur bestand. DANKE an alle, die das Netz mitfinanziert haben!

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Die anderen Tage…

… Diskussionen und Gespräche mit diversen Lehrern und Besuche bei Kollegen

… Unterrichten in den Klassen, sodass die Schüler ihre deutschen Fragen und Sätze um sich vorzustellen gleich anwenden konnten.

… Fahrt zum Lake Wum mit dem Oberbürgermeister von Wum Lord Mayor Dighambong

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… Besuch auf der Farm von John Fru Ndi (Parteivorsitzender der Oppositionspartei). Ich war mit Durchfall daheim. 😦

… Sendoff für Matthias und Laura in der Schulkapelle. Die Schüler sangen, tanzten, machten eine Modenschau und vieles mehr. Ich war leider immer noch in der Nähe der Toilette und konnte deshalb den Abend nicht miterleben. Die afrikanischen Gewänder bekamen Laura und Matthias als Geschenke überreicht. Damit überraschten uns unsere Gastgeber völlig!!!

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Am Morgen vor unserer Abreise ging ich dann doch noch zum Doktor: Er ist ein Gemeindemitglied der Naikomgemeinde, sodass wir zu ihm nach Hause fuhren und er mich in seinem Wohnzimmer untersuchte. Er gab mir noch 2 zusätzliche Medikamente zu meinen eigenen. Auch der Malariatest, den wir danach noch im Health Center von Wum durchführten war negativ, sodass wir am Nachmittag gegen 15 Uhr zum Lake Nyos aufbrachen. Matthias und Laura sagten „Auf Wiedersehen“ für unbestimmte Zeit und ich für gut 2 Wochen.

In den zwei Wochen quer durch Kamerun erlebten wir total viel und hatten die Chance Kamerun auf unterschiedliche Art und Weise kennen zu lernen.

  • Ring Road (Übernachtung in Ort ohne Licht. Das war ne eher schlaflose Nacht für Laura und mich, da wir wegen jedem Geräusch aufschreckten. Am nächsten Morgen stellte sich allerdings heraus, dass unser Hotel unter einem Palmbaum stand und es in der Nacht ziemlich gewindet und geregnet hatte. :))
  • Foumban (Sultan Palast, viele Autos  mit ausländischen Autokennzeichen, Hochzeitsfeier in unserem Hotel :))
  • Reisebusfahrt über Nacht nach Buea
  • Buea (vorbereiten der Besteigung des Mount Cameroon, zweimal mit dem Auto stehen geblieben, da das Auto unverschähmt viel Bezin fraß. :))
  • Kribi (tolles Hotel am Strand; Wasserfall, der direkt ins Meer fällt, frischen Fisch im Hafen gegessen; die Menschen verdienen ihr Geld durch Tourismus; Fischerdorf und Mangrovenzucht besucht; Nationalparkbesuch viel aufgrund unmöglicher Planung im Vorraus und zu wenig Zeit aus)
  • Mount Cameroon (sau anstrengend, da ich seit 7 Monaten keinen Sport mehr gemacht habe :), aber total genial: Lava von 1911 und 1999, Savanne und Regenwald, 2 Nächte im Zelt, Träger mit Flipflops…)
  • Limbe (Wildlife Center, Strand und entspannen…)
  • Douala (Megagewitter, überflutete Straßen, Wasser im Auto und Abflug der beiden)
  • Buea (15 Stunden Rastas machen: DANKE, Yolanda!)

Während unsere Zeit in Kribi erhielten wir eines Morgens einen Anruf unserer Schwester und erfuhren dabei, dass der andere Opa nun auch verstorben ist. Im September als ich aufbrach, hatten wir noch alle Großeltern und nun wenn ich im Juni wieder zuhause sein werde, werde ich nur noch meine Omas antreffen. Ich bin aber dankbar für die lange, lange Zeit, die ich mit meinen Großvätern hatte und weiß, dass sie nur vorausgegangen sind um auf uns zu warten.

Die Zeit mit den beiden war wie eine Art Seminar für mich, da ich Zeit und Gelegenheit hatte mit den Augen von außen auf die Dinge zu schauen. Seither sage ich mehr was ich denke und nehme auch mal eine Konfrontation in Kauf. Bis jetzt mache ich aber im Rahmen des Kulturaustausches nur positive Erfahrungen, wenn ich meine Meinung sage.

Aus den Stichworten wurde nun doch etwas mehr :)…

 

Hier noch 2 aktuelle Fotos:

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Das Foto entstand als ich auf Nchang, die Tochter meiner Kollegin Edith aufpasste während sie unterrichtete. Nachdem Nchang auf meinem Rücken eingeschlafen war, legte ich sie in mein Bett. Später beschäftigte ich sie mit Keksen essen, spielen mit Flaschen, Taschen… oder sie lief um mich herum, sodass ich sogar Wäsche waschen und ein wenig kochen konnte. 🙂

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Später kam ihre Mutter um sie abzuholen und wir aßen gemeinsam vor dem Haus. Es gab Cocojam mit Bitter Leaf bzw. Tomaten-Erdnuss-Sauce. Cocojam ist ähnlich wie Kartoffeln, ist aber viel besser! 🙂 Ich vermisse es jetzt schon, wenn ich daran denke, dass ich in nicht mal einem Monat schon wieder in Deutschland sein werde.

 

 

Internationaler Womensday am 8. März 2014 + Yaunde + Tod des Opas

Dem Womens Day gingen eine ganze Reihe von Aktivitäten voraus:

  • Healthwalk durch Wum am Mittwoch
  • Culturalevening mit Tanz- und Singwettbewer, sowie Podiumsdiskussion im Rathausfestsaal am Donnerstag
  • Wum sauber machen am Freitag. Wir Frauen und Schülerinnen aus PHS Wum putzten das Rathaus und zupften Gras auf dem Vorplatz des Rathauses.

Bevor wir am Samstagvormittag zum Marschieren zum Grand Stan gingen, hieß es erst einmal kochen. Wir trafen uns also um 6 in der Schulküche und nahmen die Fische aus. Seitdem kann ich mich nun problemlos an Nord- oder Ostsee in jedem Restaurant als Küchenhilfe bewerben. Fische ausnehmen kann ich nämlich jetzt!!! 🙂

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PHS Wum Frauen nach dem Marschieren! Die Gewänder in gelb und rosa waren in der ganze Stadt zu sehen. Jedes Model war anders…

 

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Kämpfenden Frauen am Grand Stan…

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Nse und ich in unseren neuen Kleidern. Nse war total begeistern von ihrem Nianga-Geschenk.

Wie schon am Youthday saßen wir LehrerInnen vor der Kantine und feierten mit unseren männlichen Kollegen und den EhepartnerInnen den Tag der Frauen bei Fisch und einigen Flaschen Mimbo (Bier, Top…)

Ich machte mich gegen 17 Uhr aus dem Staub, da ich mit einer Freundin nach Yaunde fuhr um mein VISUM verlängern zu lassen. Es sollte meine erste Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden. Ich war dankbar für dies neue Erfahrung und fühlte mich auf besondere Art und Weise frei, da ich endlich wie jeder andere Kameruner reisen durfte.

Der Samstag war eigentlich ein Festtag, aber ich war irgendwie den ganzen Tag durch den Wind und öfters den Tränen nahe. Sodass mir Reverend Anjoambum eine Hilfe gab und mich warnte. Falls ich nochmals in seiner Gegenwart weine, muss ich im eine ordentliche Geldsumme zahlen. Denn Weinen in der Öffentlichkeit und selbst im Privaten ist in Kamerun nicht willkommen. Ich kann euch verraten, seit diesem Tag habe ich ihn seiner Gegenwart und in der Öffentlichkeit nicht mehr geweint. Es war also eine hilfreiche Schule.

Zudem erreichte mich an diesem Nachmittag die Nachricht, dass mein 93-jähriger Opa auf die Intensivstation gekommen ist und es nur noch eine Frage der Zeit ist bis er uns voraus geht und diese Erde verlassen wird.

In Yaunde erreichte mich dann die Nachricht von seinem Tod im Wartebereich der Visumsantragsstelle. Ich war ja schon vorbereitet und somit war ich gefasst und konnte es akzeptieren. Zudem hat man mit 93 Jahren das Recht zu gehen. Ich danke meinem Opa für alles was er uns Enkeln mit auf den Weg gegeben hat. Ich kenne kaum jemand der seine Großeltern 27 Jahre lang erleben durfte. Ich weiß es zu schätzen.

Bei der Ankunft in Yaunde speisten wir fürstlich (sogar mit Nutella) im Haus des Pfarrers der reichsten presbyterianischen Gemeinde in Kamerun mit Namen Bastos.

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Wir feierten Gottesdienst in Bastos und ich genoss die musikalische Vielfalt und Qualität der Chöre sehr. Es war wie in einem Rausch. Zudem wurde ich zwecks der Partnerschaft mit Menchum kurz vorgestellt.

Im Visumsamt trafen wir dann glücklicherweise auf einen sehr netten und hilfsbereiten jungen Kameruner aus dem englischsprachigen Teil, der alle Hebel in Bewegung setzte um uns das Visa in einem Tag aus zu stellen. Normalerweise dauert der ganze Prozess ca. 2 Wochen. Ich traf zum Beispiel eine andere Deutsche, die ohne kamerunische Begleitung dort war. Sie war nun schon zum 5 mal da und durfte immer noch warten. Obwohl wir das Visa am gleichen Tag ausgehändigt bekommen hatten, beschlossen wir erst am nächsten Abend wieder nach Wum zurück zu fahren. So genossen wir den nächsten Tag mit Freunde Besuchen und auf dem Markt einkaufen.

In Yaunde aß ich auch meinen ersten Apfel (natürlich importiert) hier in Kamerun. Zudem gibt es in Yaunde Wurst un Käse in der Theke des Supermarktes. Ich gönnte mir ein wenig von der teuren Wurst und dem teuren Käse…

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Hier seht ihr den Presidentenpalast in Yaunde. Wir konnten ihn aus unserem Hotelfenster sehen.

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Mount Cameroon Race in Buea am 15. Feb. 2014

 

Auf der Fahrt nach Buea gab das Auto komische Geräusche von sich, sodass wir in Dschang nochmals in bzw. an (da die Werkstätten nie in einem Gebäude sind, sondern im Freien anzutreffen sind) einer Autowerkstatt anhielten. Dabei stellte sich heraus, dass das Kugellager in der Hinterradachse gebrochen war. Wir kauften also ein Neues für 7ooo Fran. Wie viel kostet ein Autokugellager in Deutschland?

Während der Reparatur genossen der Disziplinmaster Mr. Acha, der kurzentschlossen am Morgen mit nach Buea fuhr, und der Reverend ein Feierabendbier.

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Beim Einbauen musste ich dann etwas schlucken, da mir die Methode das Kugellager ohne Schutz auf die Achse zu hauen doch etwas seltsam vorkam. Ich fragte mich, ob man dadurch das Kugellager nicht gleich wieder kaputt macht  bzw. beschädigt. Ich würde echt gerne wissen wie es in Deutschland gemacht wird… Vll hat der eine oder die andere ja Erfahrung mit Kugellagern… :). Ich weiß nun zumindest wie die Hinterradachse eines Autos aussieht! Das ist auch was wert!

 

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Wir kamen abends zwecks der Reparaturen ziemlich spät in Buea an, sodass wir alle nur noch in unsere Betten fielen. Ich übernachtete bei Flavin (Tochter des Reverends) und Yolanda. So kam ich zu meiner ersten Nacht, in der ich zu dritt in einem 140 auf 180 cm Bett schlief. Es ist alles möglich! Und in Kamerun ist das völlig normal! Hier schläft man auch mal zu viert im Bett oder in Schichten. Während die anderen noch lernen, schlafen die einen und dann umgekehrt.

Flavin wohnt in einem Studentenwohnheim, sodass ich sogleich ans Oek (mein Wohnheim in München) erinnert wurde und mich pudelwohl fühlte. Ich genoss es richtig nach den Monaten in Wum ein anderes Kamerun, das studentische Kamerun kennen und miterleben zu lernen. Es kamen noch ein paar Freunde auf besuche und wir gingen erst weit nach Mitternacht ins Bett. In Wum bin ich meistens spätestens um 22 Uhr im Bett.

Am Freitag genoss ich es aus zu schlafen, Cabbage zu kochen und mit Flavin auf den Markt in Buea zum Shoppen zu gehen. Das war das erste Mal in Kamerun, dass ich die Gelegenheit hatte zu shoppen. In Wum kann man nämlich nicht shoppen. Der Ort ist einfach zu klein. 🙂

Abends trafen wir uns alle auf dem Festplatz neben dem Station, aßen Fisch, schauten der Miss Mount Cameroon Wahl zu und schlenderten durch die Verkaufsstände.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, da wir den Start des Mountain Race miterleben wollten. Wir waren um halb 7 dort und konnten somit den Start im Sonnenaufgang erleben.

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Diese beiden Herren verkleideten sich als Kamerateam. Für mich sah es so aus, als ob sie ihre in Kamerun nicht geduldete Homosexualität auf diese Art und Weise öffentlich machen wollen.

Ich kann mich aber auch täuschen und sie machen das einfach nur zum Spaß.

 

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Das sind die Preise. Der erste Preis ist mit 10 Mio Fran dotiert.

Der Sieger lief um ca. 11 Uhr über die Ziellinie. Keine Ahnung wie man den Berg in 4 Stunden hoch und wieder runter rennen kann. Wir haben letzten Monat 1 1/2 Tage zum Erreichen des Gipfels gebraucht…

Die meisten Preise gingen an SportlerInnen die aus dem Trainingslager in Kumbo (Nordwesten) stammen. Deshalb hieß es Land auf Land ab: „All the money went to Kumbo!“

Wir fuhren am selben Nachmittag noch nach Wum zurück und erreichten Wum gegen halb 11 in der Nacht.

Einsetzung des Schatzmeisters des Kirchenbezirks Menchum Reverend Chi Dennis in Weh am 23. Februar 2014

Die Einsetzung fand in der wunderschönen und von Reverend Rihm mit in Auftrag gegebenen Kirche in Weh statt. Hier wurde auch die heute noch verwendete Liturgie der presbyterianischen Kirche von Reverend Rihm verfasst.

Hier ein paar Eindrücke der Einsetzungsfeierlichkeiten des Tresurers Reverend Chi Dennis in Weh.

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„The hand in Fellowship“

 

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Eines der Geschenke an das Pfarrers Ehepaar…

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Ma Princi, die deutsche Abgesandte :), Ma Thega Esther als Vorsitzende des Kirchenbeziks und Dr. Cheng Edward als Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses saßen im Altarraum als Ehrengäste

 

IMG_1239Die obligatorischen Gruppenfotos am Ende einer solchen Gottesdienstfeier dürfen nicht fehlen und haben einer durch das Protokoll-Team festgelegten Ordnung zu folgen. Hier wird der eingesetzte mit Frau und Pfarrerskollegen abgelichtet.

 

Feuer und die Folgen

1. Ein kleiner Bericht zu einer gefährlichen Tradition hier in Kamerun.

In der Trockenzeit ist es üblich, dass die Felder in Kamerun in den Abendstunden abgebrannt werden. Damit soll das Nachwachsen des neuen Grases beschleunigt werden. Dieses Gras ist notwendig um den umherziehenden Kuhherden genügend Futter zu bieten können. Zudem sind diese brennenden Felder ideal geeignet auf einfache Art und Weise Bushmeat (Wildlebende Tiere), das den Flammen entfliehen will, zu fangen und zu verkaufen oder selbst zu verspeisen. Dass bei dieser ganzen Aktion die Erde in Mitleidenschaft gezogen wird, wird dabei allerdings nicht wirklich wahrgenommen.

Hier ein paar Eindrücke:

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Der graue Teil des Hügels ist bereits abgebrannt worden…

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Solchen brennende Erdwällen am Straßenrand begegnete wir nicht nur einmal als wir in den Südwesten nach Buea fuhren.

Dieses Jahr haben wir hier in Wum und Umgebung die Folgen dieser Abbrennaktionen sehr deutlich zu spüren bekommen. Auf einem Feld wurde das Abbrennen nicht sehr gut überwacht, sodass die Flammen 7 hölzerne Stromverteilermasten niederbrannten. Dank diesen Zwischenfalls waren wir über eine Woche ohne Strom und somit auch ohne fließendes Wasser (die Wasserpumpe ist auf Strom angewiesen). So hieß es jeden Tag für Deligence (meine Gastschwester) mehrmals zur Quelle unterhalb der Schule zu gehen und mit dem vollen Eimer auf dem Kopf den Berg zum Haus wieder hochzusteigen.

 

2. Als ich aus Buea vom Mount Cameroon Race wieder zurück kam, standen von unsere Feuerküche nur noch die Steinwände. Ein paar Schüler hatten die Maisschalen nach dem Schälen einfach so in die Feuerküche zurückgeworfen. Der Wind wirbelte die alleingelassenen trockenden Schalen herum und entzündete die trockenden Maiskolben an der Decke und somit auch das Holzgebälk. Zum Glück gibt es in unserer Feuerküche kein elektrisches Licht, sodass das Haus und die Feuerküche nicht mit einen Stromkabel verbunden sind. Ansonsten wäre vielleicht das ganze Haus abgefackelt…

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