Besuch aus Deutschland + Reisen + Tod des anderen Opas + Rastas-die 2.

Am 17. März kamen mein Bruder Matthias und seine Freundin Laura in Douala am Flughafen an. Es war das zweite Mal, dass ich den Flughafen in Douala bei Nacht erlebte. Diesmal war es überhaupt nicht unheimlich, da viel mehr Leute da waren als bei meiner Ankunft und ich nun mit Land und Leuten vertraut bin.

Wir übernachteten in der Eglise evangelique und fuhren am nächsten Morgen mit einem Halt in Melong (Soja und Plantain Essen) und an den Ekom Wasserfällen nach Bali zu Ernst Elsenhans.

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Im Hintergrund seht ihr nur einen kleinen Wasserfall…

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… das sind die richtigen Ekomfälle. In der Regenzeit gibt es neben dem linken Fall noch einen zweiten. Die Kameruner sagen deshalb in der Trockenzeit: “ Der Mann wartet auf seine Frau.“

(Diese Bild entstand oberhalb des kleinen Wasserfalls im oberen Bild)

Der Zwischenstop in Bali tat gut. Zudem wollte ich Laura und Matthias die Möglichkeit geben die berühmt berüchtigte Straße von Bamenda nach Wum bei Tag zu fahren um alle Schlaglöcher und Pfützen sowie die schöne Landschaft sehen zu können. Außerdem konnten wir so am Menchum- Wasserfall anhalten. Dabei erfuhren wir, dass vor etlichen Jahren eine deutsche Urlauberin beim Fotografieren an dieser Stelle abgestürzt war, da es zu diesem Zeitpunkt noch kein Sicherheitsgeländer gab. Heute ist der Besucherbereich aber gut mit einer soliden Steinmauer abgesichert.

In Wum wurden wir mit Cornfufu und JamaJama empfangen, nachdem wir schon im Haus der Eltern unserer Fahrers und Freundes Remy verköstigt worden waren. So konnten Laura und Matthias gleich mal am eigenen Leib erfahren, dass man überall zum Essen eingeladen wird und es am besten ist, sich nirgends den Bauch voll zu schlagen, da es ja wo anderes vll auch noch etwas zu essen gibt. 🙂

Alle haben sich auf jeden Fall sehr gefreut, dass die beiden gut angekommen sind. Die 1 1/2 Wochen in Wum waren gut ausgefüllt. Die meisten Bilder sind schon in Deutschland, sodass ich nur einen stichwortartigen Überblick über die 3 1/2 Wochen mit den beiden geben werde.

Am Samstag, 22. März feierten wir das Leben unseres verstorbenen Großvaters Willy Keller. Dieser besondere Tag wird Crydie genannt. Man lädt Freunde und Verwandte ein, feiert eine Andacht/Gottesdienst, isst zusammen, tanzt, singt Lieder und schneidert Gewänder für die Familie und überlässt den Freunden ob sie ihr eigenes Gewand zur Anteilnahme schneidern wollen. Da bei uns alles sehr kurzfristig war hatten nur die engsten Familienmitglieder ein Gewand.

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Wir feierten den Crydie im Hause meiner Gastfamilie. Mein Chor, der NBC (New Bethel Choir aus Naikom) sorgte für den musikalischen Rahmen und feierte bis fast ganz zum Schluss mit uns. Nach dem Gottesdienst, in dem Matthias und ich jeweils die Gelegenheit hatten etwas über unseren Opa zu sagen, …

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…aßen wir Cornfufu und JamaJama, Chicken, Jelloffrice, Ekwang (vonMa Anjoambum), Spätzle mit Tomatensauce, Kartoffelsalat, Melone und Ananas. Das Essen hatten meine 3 Kolleginnen und wir 3 mit Hilfe einiger Studenten in der Schulküche zubereitet. Ohne meine Kolleginnen hätten wir das nicht geschafft. DANKE euch drei! Im Anschluss wurde getanzt und gesungen um das gelungene Leben unseres Opas zu feiern. Zudem gab es ein Kondulenzbuch, in das einige Gäste etwas reinschrieben. Wir tanzten bis halb 12 in der Nacht vor unserer Haustür. Das war schon ein tolles Erlebnis. Hier ein paar Eindrücke:

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Am Montag überreichten wir in der Morning Devotion (Morgenandacht) das Volleyballnetz für die Schule. Alle waren begeistern und am Nachmittag bauten wir es dann auch gleich auf. Das Netz kam zur rechten Zeit, da das Schulnetz nur noch aus einer Schnur bestand. DANKE an alle, die das Netz mitfinanziert haben!

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Die anderen Tage…

… Diskussionen und Gespräche mit diversen Lehrern und Besuche bei Kollegen

… Unterrichten in den Klassen, sodass die Schüler ihre deutschen Fragen und Sätze um sich vorzustellen gleich anwenden konnten.

… Fahrt zum Lake Wum mit dem Oberbürgermeister von Wum Lord Mayor Dighambong

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… Besuch auf der Farm von John Fru Ndi (Parteivorsitzender der Oppositionspartei). Ich war mit Durchfall daheim. 😦

… Sendoff für Matthias und Laura in der Schulkapelle. Die Schüler sangen, tanzten, machten eine Modenschau und vieles mehr. Ich war leider immer noch in der Nähe der Toilette und konnte deshalb den Abend nicht miterleben. Die afrikanischen Gewänder bekamen Laura und Matthias als Geschenke überreicht. Damit überraschten uns unsere Gastgeber völlig!!!

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Am Morgen vor unserer Abreise ging ich dann doch noch zum Doktor: Er ist ein Gemeindemitglied der Naikomgemeinde, sodass wir zu ihm nach Hause fuhren und er mich in seinem Wohnzimmer untersuchte. Er gab mir noch 2 zusätzliche Medikamente zu meinen eigenen. Auch der Malariatest, den wir danach noch im Health Center von Wum durchführten war negativ, sodass wir am Nachmittag gegen 15 Uhr zum Lake Nyos aufbrachen. Matthias und Laura sagten „Auf Wiedersehen“ für unbestimmte Zeit und ich für gut 2 Wochen.

In den zwei Wochen quer durch Kamerun erlebten wir total viel und hatten die Chance Kamerun auf unterschiedliche Art und Weise kennen zu lernen.

  • Ring Road (Übernachtung in Ort ohne Licht. Das war ne eher schlaflose Nacht für Laura und mich, da wir wegen jedem Geräusch aufschreckten. Am nächsten Morgen stellte sich allerdings heraus, dass unser Hotel unter einem Palmbaum stand und es in der Nacht ziemlich gewindet und geregnet hatte. :))
  • Foumban (Sultan Palast, viele Autos  mit ausländischen Autokennzeichen, Hochzeitsfeier in unserem Hotel :))
  • Reisebusfahrt über Nacht nach Buea
  • Buea (vorbereiten der Besteigung des Mount Cameroon, zweimal mit dem Auto stehen geblieben, da das Auto unverschähmt viel Bezin fraß. :))
  • Kribi (tolles Hotel am Strand; Wasserfall, der direkt ins Meer fällt, frischen Fisch im Hafen gegessen; die Menschen verdienen ihr Geld durch Tourismus; Fischerdorf und Mangrovenzucht besucht; Nationalparkbesuch viel aufgrund unmöglicher Planung im Vorraus und zu wenig Zeit aus)
  • Mount Cameroon (sau anstrengend, da ich seit 7 Monaten keinen Sport mehr gemacht habe :), aber total genial: Lava von 1911 und 1999, Savanne und Regenwald, 2 Nächte im Zelt, Träger mit Flipflops…)
  • Limbe (Wildlife Center, Strand und entspannen…)
  • Douala (Megagewitter, überflutete Straßen, Wasser im Auto und Abflug der beiden)
  • Buea (15 Stunden Rastas machen: DANKE, Yolanda!)

Während unsere Zeit in Kribi erhielten wir eines Morgens einen Anruf unserer Schwester und erfuhren dabei, dass der andere Opa nun auch verstorben ist. Im September als ich aufbrach, hatten wir noch alle Großeltern und nun wenn ich im Juni wieder zuhause sein werde, werde ich nur noch meine Omas antreffen. Ich bin aber dankbar für die lange, lange Zeit, die ich mit meinen Großvätern hatte und weiß, dass sie nur vorausgegangen sind um auf uns zu warten.

Die Zeit mit den beiden war wie eine Art Seminar für mich, da ich Zeit und Gelegenheit hatte mit den Augen von außen auf die Dinge zu schauen. Seither sage ich mehr was ich denke und nehme auch mal eine Konfrontation in Kauf. Bis jetzt mache ich aber im Rahmen des Kulturaustausches nur positive Erfahrungen, wenn ich meine Meinung sage.

Aus den Stichworten wurde nun doch etwas mehr :)…

 

Hier noch 2 aktuelle Fotos:

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Das Foto entstand als ich auf Nchang, die Tochter meiner Kollegin Edith aufpasste während sie unterrichtete. Nachdem Nchang auf meinem Rücken eingeschlafen war, legte ich sie in mein Bett. Später beschäftigte ich sie mit Keksen essen, spielen mit Flaschen, Taschen… oder sie lief um mich herum, sodass ich sogar Wäsche waschen und ein wenig kochen konnte. 🙂

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Später kam ihre Mutter um sie abzuholen und wir aßen gemeinsam vor dem Haus. Es gab Cocojam mit Bitter Leaf bzw. Tomaten-Erdnuss-Sauce. Cocojam ist ähnlich wie Kartoffeln, ist aber viel besser! 🙂 Ich vermisse es jetzt schon, wenn ich daran denke, dass ich in nicht mal einem Monat schon wieder in Deutschland sein werde.

 

 

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