Die Verwandlung :)

Seit 10. Januar habe ich eine neue Haarpracht. Keine Angst, in Kamerun wachsen die Haar nicht schneller als in Deutschland. Meine langen Haare sind nicht echt.  Ich saß mehr als 3 Stunden in Bamenda in einem Marktstand und wurde zeitweise von bis zu 8 Frauen gleichzeitig in diesen Rastalook „verwandelt“. 🙂 Die Frauen knoteten das Kunsthaar (Mash) an mein eigenes Haar an.

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Die ersten beiden Tage war es echt schmerzhaft und dann begann die ganze Kopfhaut zu jucken, aber dank Teebaumöl, das mir meine Kollegin auf die Kopfhaut cremte, hörte das auch bald auf. Ich mag meine neue Frisur total und genieße es nach gut 10 Jahren wieder lange Haare zu haben. J Zudem muss ich seit 3 Wochen keine Haare mehr waschen  J. Mal schauen wie lange ich diese Rastafrisur so tragen kann, bevor es nicht mehr schön aussieht. Die kamerunischen Frauen tragen Rastas bis zu 2 Monate…

Hier kommen ein paar Impressionen…

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Hier halte ich einen der neuen Bälle, die aus Geldern der Partnerschatfsarbeit finanziert wurden, in der Hand. Ich war überrascht als ich den Kempa-Ball entdeckte. 🙂

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Dieses Bild entstand an einem ganz normalen Schultag nach der Unterrichtsende am Haus meiner Kollegin Silvia, die gleichzeitig Hausmutter ist und deshalb auf dem Campus wohnt. Rechts im Hintergrund seht ihr die Wasserquelle für die Schülerinnen. Die Jungs haben ihre Wasserquelle in der Nähe ihrer Schlafsäle. Sodass die Geschlechter schön getrennt sind.

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Ein Foto mit der Mutter von 3 Schülern unserer Schule. Sie kam nach dem Gottesdienst noch mit zu uns und verbrachte den Nachmittag mit uns.

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Hier trage ich Nchang, die Tochter meiner Kollegin Edith, in der typischen afrikanischen Art in einem Tuch auf dem Rücken.

Alle weiteren Beiträge (z.B. Weihnachten und Neujahr, Moderator-Besuch in Menchum, Sportolympiade in Bamenda, Kirchengemeinderatswahlen in Naikom, Elterntag (=Elternabend), Eröffnung Youth-Week und alles Weitere, was in den letzten Wochen so an Programm anstand) kommen später. Hier ist grad mehr los, als ich aus Deutschland gewohnt bin :). Ich wurde in den Weihnachtsferien zwar vorgewarnt, dass das 2. Schuldrittel vollgestopft mit Extraaktivitäten ist, allerdings hätte ich nicht gedacht, dass es so viel ist. Wir kochen bei jeder Veranstaltung, die die Schule betrifft für die Gäste. Kochen heißt ihr alles selber und frisch zubereiten.Heute fand der Unterricht nur in den ersten beiden Stunden statt, da die  Bilingualim-Woche in unserer Schule eröffnet wurde. Wir standen also 8 Uhr bis 13 Uhr in der Küche, haben dann das Essen für ca. 40 Personen serviert und ausgeteilt und danach noch aufgeräumt, sodass wir um 16 Uhr fertig waren.

Ich sende euch ganz herzliche Grüße aus Kamerun. Und hoffe, dass es euch allen gut geht.

Eure Annegret

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Meine erste Urlaubsreise in den Süden

Herzliche Grüße aus Wum.

Ich wünsche euch allen ein gesundes, fröhliches, erlebnisreiches und gesegnetes Neues Jahr 2014.

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Mit diesem Banner wurden wir in Buea in der ersten Januarwoche begrüßt. Reverend Anjoambum Georg und ich fuhren mit unserem Fahrer für eine kurz Urlaub von 3 Tagen in den Südwesten des Landes. Wir besuchten den Moderator und seine Mitarbeiter in der Synode und besichtigten die Städte Buea, Kumba und Limbe.

Das ganze fand in der ersten Schulwoche statt, da der Reverend in den Weihnachtsferien keine Zeit hatte. Wir wollten am Dienstagmorgen um 6 Uhr losfahren, da aber kein Benzin in Wum vorhanden war, verzögerte sich die Abreise um 1 Stunde. Wir fanden schließlich Benzin, das von ein paar Leuten für 750 CFA/Liter, statt ca. 670 CFA/Liter verkauft wurde. Die Reise konnte also beginnen.

In Bamenda frühstückten wir im Restaurant eines Bekannten Omlette, geröstete Kartoffeln und Ovomaltine. Nachdem das Auto von der staubigen Straße zwischen Wum und Bamenda geputzt war, ich im Prescraftcenter noch kurz Rita Käslin getroffen hatte, fuhren wir gegen 12 Uhr los in Richtung Buea. Dies war der Moment, als ich zum ersten Mal seit meiner Ankunft den Berg Richtung Süden erklomm. Nun hatte ich Zeit alle genau zu beobachten und erkannte viele Ecken von meiner Anreise wieder. Wir fuhren an vielen halbfertigen Gebäuden vorbei.

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Viele Familie fangen an Gebäude zu errichten und dann passiert irgendetwas Unvorhergesehenes (Beerdigung, … ), sodass auf einmal das ganze Geld für etwas anderes verwendet wird.

Unterwegs stoppen wir u.a. in Melong um zu essen. Melong ist sowas wie eine Autobahnraststätte. Hier gibt es ganz viele Straßenstände mit Essen und einige Cafés zum sitzen und Getränke bestellen. Das Essen holt man sich dann bei den Straßenständen.

Je weiter wir in den Süden fuhren, desto flacher wurde das Land und wir ließen unsere geliebten Berge hinter uns. Wobei selbst im Süden die Straße von Hügeln umgeben sind: es sind Vulkanberge.

Sobald man in den francophonen (französischen) Bereich kommt, ändert sich das Landschaftsbild:

Die Dörfer bestehen zum größten Teil aus Holzhäusern und nicht wie im Nordwesten aus Lehmhäusern. Dies hat mehrere Gründe:

  1. Im Süden ist es wärmer, sodass man die Lehmhäuser nicht als Wärmedämmer benötigt
  2. Die Erde im Süden ist nicht so geeignet Lehmhäuser zu bauen
  3. Vll sind die Familien im Süden auch etwas ärmer…

Wir sahen immer wieder Unfallfahrzeuge auf der Straße liegen…

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Dieser Lastwagen fuhr zu schnell über die Geschwindigkeitskontrollschwelle (Speedbrake :)) und kippte um.

Um eine Unfallstelle zu markieren werden einfach ein paar Zweige vor und nach dem Unfallauto auf die Straße gelegt: natürliche Warndreiecke eben. Oder wenn ein Auto abgeschleppt wird, werden an die Lichter grüne Zweige gebunden: natürliche Warnblicker.

In Limbe begegnete uns ein Trupp Jugendlicher, die einen Sarg trugen. Die beiden Jungs ganz vorne hielten als Warnzeichen Zweige in der Hand.

Beide Lastwagen standen nach 3 Tagen immer noch an Ort und Stelle und waren bis dahin nicht entfernt worden.

Wir erreichten Buea nach 12 Stunden gegen 18.30 Uhr, checkten im Gästehaus der Presbyterianischen Kirche (PCC)ein, machten uns frisch und fuhren dann nach Limbe um am Strand gegrillten Fisch zu essen.

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Das ist mein FISCH :)!

Wir waren eine nette kleine Runde…

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 eine Verwandte von Ma Patience und einen Freund, den ich bereits in Wum getroffen hatte, sowie Flavin, die Tochter des Reverends, die in Buea studiert, der Reverend selbst und unser Fahrer Remy

… und genossen den Abend sehr.

Am nächsten Morgen konnte ich endlich den Mount Cameroon sehen. Er schaute majestetisch auf Buea herab…

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…ist aber meistens hinter Wolken versteckt.

Nach dem Frühstück mit Omlette, Brot, Café und Banane traten wir ein ins Herz der PCC. Wir besuchten den Moderator Rt. Reverend Dr. Festus A. Asana…

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Ich schätze ihn sehr, da er offen, menschennah und bodenständig ist und sich Zeit nimmt.

… und seine Mitarbeiter im Synode Office. Überall wurden wir herzlich begrüßt und jeder nahm sich Zeit mit uns zu reden.

Als nächstes stand Kumba auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin fuhren wir an vielen Gummibäumen vorbei. Der Süden ist voll von Gummibaumplantagen.

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Hier seht ihr wie das flüssige Gummi aus der Rinne der Bäume gewonnen und in den Bechern aufgefangen wird.

In Kumba besuchten wir das Theologische Seminar für die Pastorenausbildung und die theologische Universität Kameruns. Beide Institute teilen sich einen Campus. In den letzten 3 Jahren entstand dieses neue Bibliotheks- und Verwaltungsgebäude.

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Während des kleinen Rundgangs bekam ich einen guten Eindruck. Der Campus erinnerte mich stark an die Theologische Ausbildungsstätte in Neuendettelsau. Ich bekam auch einen Auftrag, den ich hiermit gleich weitergebe. Die Verantwortlichen sind auf der Suche nach Büchern um besseres Lehr- und Lernmaterial zu haben und um die neue Bibliothek zu füllen. Wer also (theologische) Bücher zum Abgeben hat, kann sich bei mir melden, sodass wir nach einer Transportmöglichkeit suchen.

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Eine kleine Reflektion für alle… 🙂

Nach einem Mittagessen mit Kollegen von Reverend Anjoambum gings zurück Richtung Buea und Limbe. Unterwegs stoppten wir noch bei einem Verwandten und sagten kurz hallo.

Das folgende Bild ist ganz normal und findet man an jedem Fluss…

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…die natürliche Autowaschanlage. Die Fahrer fahren mit ihren Autos in den Fluss und waschen es dort.

Als wir gegen halb 6 in Tsaben Beach (ein Strand nach Limbe) ankamen, waren wir alle müde. Reverend Anjoambum und ich checkten ein und machten uns frisch. Da es schon spät war verschob ich mein Bad im Meer auf den nächsten Morgen.

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Hier verspeisen wir unser Abendessen (Spaghetti bzw. Reis und Fisch) und trinken teuren Weißwein, aber zur Feier des Urlaubs durfte das auch mal sein. 🙂

Es war schon ulkig ein Kameruner im mittleren Alter mit einer jungen weißen Frau. Ich will nicht wissen was die anderen Gäste so gedacht haben. 🙂 Witziger Weise waren hauptsächlich Weiße in dem Hotel. Reverend Anjoambum und eine andere Kamerunerin, sowie die Hotelmitarbeiter waren die einzigen Schwarzen :). Nun war es mal anders herum: wenig Schwarze, viele Weiße.

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Dieses Fahrzeug gehört einer Gruppe von 9 Europäern, die für 3 Wochen campend durch Kamerun fahren.

In Limbe ist es viel wärmer, sodass man abends und nachts schwitzt. Das war ich aus Wum gar nicht mehr gewöhnt. Aber meinem Husten tats gut, denn seit unserer Reise in den Süden ist er wie weggeblasen. Dank der Wärme sprang ich am nächsten Morgen schon um 7 Uhr in die Fluten. Der Sand ist richtig weich und vom Vulkangestein total schwarz.

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Zum Frühstück habe ich meinen ersten gepressten Ananas-Milch-Drink getrunken. Zudem gabs abgepackte Erdbeermarmelade und Baguette. Für nen Aufpreis gabs auch noch ein Omlette. 🙂 Es war eben wie in einem europäischen Hotel. Die Erdbeermarmelade war mal was anderes, da ich seit 4 Monaten keine Marmelade gegessen hatte (die überzuckerte, selbstgemachte von Weihnachten ausgenommen), aber ich freute mich schon wieder auf das gute Essen in meiner neuen kamerunischen Heimat auf Zeit im Nordwesten. Auf das Essen hier in Wum lasse ich nämlich nichts kommen!

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Leider konnte ich keinen Schwammstein zum Füße waschen kaufen, da der Verkäufer nicht kam. Die Steine lagen zusammengetragen auf der Straße, aber es war kein Verkäufer weit und breit, sodass wir unverrichteter Dinge weiterfuhren.

In Limbe fuhren wir kurz durch die Stadt, ich sah das Umweltentwicklungsgebäude, das von Deutschen ins Leben gerufen wurde, den Botanischen Garten, den Zoo und die Teeplantagen um Limbe und Buea.

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Für mehr war aber keine Zeit, da wir noch einiges zu erledigen hatten, bevor wir gegen 12 Uhr wieder Richtung Norden aufbrachen.

  • Briefe nach Deutschland abschicken. Ich überlegte mir einen Brief innerhalb von 3 Tagen nach Deutschland zu schicken, als ich aber den Preis hörte, entschied ich mich für die langsamere Variante: 1,50€, statt 45€. Zu meiner Überraschung waren die Briefe sogar nach 10 Tagen in Deutschland.
  • Besuch des Tourismusbüros um Einiges für unsere Tour auf den Mount Cameroon zu klären
  • Besuch eines Freundes des Reverends, die eine Beerdigung abhielten. Beerdigungen werden hier immer 2 Tage lang gefeiert. Während Geburtstage nur für die Kinder gefeiert wird.  Dazu schreibe ich aber ein andermal mehr.
  • Kleine rote Äpfel am Straßenrand kaufen. In Kamerun gibt’s zwar auch importiere Äpfel aus Europa, die esse ich aber mit Absicht nicht, da ich die ja von zu Hause kenne :). Die Äpfel hier sind viel kleiner und haben die Konsistenz der Litschi-Frucht.
  • Reverend Anjoambum zog sein Pfarrershemd an, sodass wir problemlos durch die verschiedenen Maut- und Kontrollstellen fahren konnten. Bei der Hinfahrt mussten wir sogar an einer Mautstation nichts zahlen, da die Kontrolleurin ebenfalls Christin war und uns durchwinkte.

Auf der Rückfahrt wurden wir Zeugen eines sehr seltenen Ereignisses. Ein Armeekonvoi von mehr als 15 Fahrzeugen mit Kanonen auf den Anhängern fuhr vom Südwesten in den Nordwesten. Die Leute in den Dörfern standen alle auf der Straße und konnten nicht so recht glauben, was sie da sahen. Normalerweise fahren die Konvois immer in der Nacht um die Menschen nicht zu verängstigen.

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Die Straße ist nicht zweispurig, das Auto überholt gerade. Und das entgegenkommende Auto ist auch schon zu sehen :).

Unterwegs kauften wir Kokusnüsse, Ananas und Paipai-Solo (die kleine Schwester der Powpow-Frucht) an verschiedenen Straßenständen.

Die Baustelle, die wir schon bei der Hinfahrt vorfanden, war fortgeschritten, sodass wir nicht mehr so lange brauchten. Wir erreichten Bamenda gegen 7 Uhr. Um die Uhrzeit braucht man gut 50 min um durch Bamenda zufahren, sodass wir erst gegen halb elf in Wum waren. Unterwegs sahen wir wie die Viehhirten das Grasland abbrannten um im Februar und März wieder frisches Gras für die Kühe zum fressen zu haben. Das ist hier völlig normal, denn es gibt niemanden, der das Gras von Hand schneidet, geschweige denn jemand, der den Arbeiter dafür zahlt. Leider werden dadurch viele Tiere, die in den Wiesen leben getötet und die Erde der Wiesen zerstört.

In Wum wurden wir von einigen Bobans begrüßt, die ausdauernd im Haus von Ma Patience auf uns gewartet hatten. Bobans, sind ehemalige Schüler und Lehrer von CPC Bali, die sich einmal im Monat immer bei einem anderen Mitglied treffen.

Da ich noch nicht genug gereist war und die Schaukelfahrt nach Bamenda so liebe ;), fuhr ich am nächsten Morgen um halb 6 gleich nochmals nach Bamenda um meine Frisur zu verändern. Dazu aber mehr im Blogbeitrag „Die Verwandlung“.

Neuigkeiten

Für alle, die mich schon überall in Deutschland suchen, kommt jetzt eine unerfreuliche Nachricht. Für alle, die meine Abwesenheit noch nicht negativ spüren, kommt nun eine erfreuliche Nachricht. 🙂

ICH BLEIBE NOCH BIS ENDE MAI HIER IN KAMERUN!

Es ist einfach besser ein ganzes Schuljahr an einem Ort zu verbringen. Vorallem da man die ersten Monate in einer neuen Kultur zum Einleben braucht. In den letzten vier Monaten habe ich nochmals die Entwicklung vom Kleinkind, das an die Hand genommen und begleitet wird, zum Erwachsenen, der alleine einkaufen geht und sich frei bewegen kann, durchgemacht. Das ist echt eine interessante und wertvolle Erfahrung. Ich hätte, diese Erfahrung nicht machen können, wenn ich wie geplant Mitte Januar wieder nach Hause gekommen wäre.

Ich grüße euch ganz herzlich und freue mich, wenn wir uns im Sommer wieder von Angesicht zu Angesicht sehen werden und unsere Erlebnisse teilen können.

Im Folgenden kommen 2 Berichte der letzten Wochen.